Waldschutz hat Priorität

Stadtrat beschließt 94ha zusätzlichen Bannwald

  • von  Thorsten Brehm
    30.10.2019
  • Beiträge, Brehm, Umwelt

„In Nürnberg steht das Thema Erhalt und Schutz der Wälder seit vielen Jahren auf der Agenda“, erklärt Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat Thorsten Brehm. „Die in der letzten Stadtratssitzung beschlossene Unterschutzstellung von 94ha zusätzlichen Bannwald setzt diese Politik konsequent fort“, so Brehm. Brehm erinnert auch daran, dass es dabei nicht immer so einmütig zu ging wie am letzten Mittwoch: „Bei der Frage nach der Realisierung des Hafenindustriegebiets-Süd oder der Flughafen-Nordanbindung stand die Partei des heutigen Baumfreunds Söder noch ziemlich stramm auf der Seite derer, die die wertvollen Waldflächen gerne zugunsten von weiteren Verkehrs- und Industrieflächen geopfert hätten.“ Der Weitsicht des Oberbürgermeisters Uli Maly sei es zu verdanken, dass dieser unwiederbringliche Verlust an wertvollen Waldflächen verhindert werden konnte.

Brehm betont, dass es wichtig sei, an dieser Linie festzuhalten, da der Reichswald eine herausragende Bedeutung für Klima, Wasserhaushalt, Luftreinigung und Naherholung der Stadtbevölkerung hat. In Zeiten des Klimawandels bedeute dies auch, das Thema Waldumbau hin zu klimafesten Baumarten anzugehen. Dabei kommt neben den Staatsforsten auch dem Tiergarten eine wichtige Rolle zu. Dieser pflegt ca. 200 Hektar städtischen Wald. Brehm lobt dabei Projekte des Tiergartens wie den „Schulwald“. Mit dem Schulwald soll ein – gerade im Hinblick auf den Klimawandel – stabiler, zukunftsfähiger Mischwald aufgebaut werden. Schüler der Bismarckschule helfen bei der Pflege der Jungbäume. Damit erfahren die Schülerinnen und Schüler auch, dass sie ganz direkt und praktisch etwas gegen die Klimaerwärmung unternehmen können. Gleichzeitig machen sie Naturerfahrungen, die heute nicht mehr selbstverständlich sind und lernen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.

Hintergrund: Der Nürnberger Reichswald mit einer Gesamtgröße von 240 Quadratkilometern ist eine der größten zusammenhängenden Waldflächen in unmittelbarer Nähe einer deutschen Großstadt. In großen Teilen wurde er 1980 als erster Bannwald Bayerns unter Schutz gestellt und blieb dadurch in seiner Flächensubstanz erhalten